Seit einigen Wochen ist es möglich, bei Auto Oberhofer in Feldthurns einen unserer Hyundai ix35 Fuel Cell zur Probe zu fahren. 

Ein Gespräch mit Martin Oberhofer über Autos, die Zukunft und wohin sich die Mobilität entwickeln wird...

1)Woher kommt Ihre Faszination für das Thema Wasserstoff?
Ich habe schon vor vielen Jahren angefangen, mich für alles was mit Wasserstoff zu tun hat zu interessieren und habe sogar schon zuhause Wasserstoff produziert. Mich hat einfach fasziniert, dass man eine wahre Alternative zu fossilen Brennstoffen und in vielen Bereichen, z.B. beim Heizen, Schweißen und nicht natürlich auch in der Mobilität, hat. Das ist extrem interessant und ich möchte mich mit meinem Betrieb auf jeden Fall in Richtung Wasserstofftechnologie bewegen, um meine Kunden aufzuklären und zu beraten und sowohl Verkauf als auch Reparatur abzudecken.

2) Was sind Ihre Erwartungen im Bezug auf die Brennstoffzellentechnologie?
Ich erwarte mir, dass die Autos in Zukunft noch effizienter werden, das heißt größere Autonomie und eine verbesserte Technologie was Größe und Wirkungsgrad betrifft. Ich wage es zu vermuten, dass in nicht allzu ferner Zukunft sogar Handys, Uhren, Taschenlampen, usw. mit Wasserstoff betrieben werden.

3) Was finden Sie wichtig für die automobile Zukunft?
Die Reise von A nach B mit dem Auto muss sich in Zukunft durch den immer zunehmenden Verkehr zu einem organisierten, geplanten Ablauf entwickeln: Dies wird durch Vernetzung der einzelnen Autos hin zu einem Autopiloten führen. Sicherheit für die Passagiere wird groß geschrieben, Umweltfreundlichkeit muss gegeben sein. Die automobile Zukunft geht weg vom Verbrennungsmotor und hin zur Elektromobilität, sei es Batterie- oder Brennstoffzellenfahrzeug, die sich durchsetzen wird. Ich persönlich bin mir sicher, dass es Wasserstoff sein wird. Bei einem eventuellen Crash garantieren Brennstoffzellenautos eine hohe Sicherheit, da kein unlöschbares Lithium wie bei batteriebetriebenen Fahrzeugen verwendet wird. Wasserstoff ist einfach, sauber und in Zukunft immer günstiger in der Herstellung, mittlerweile gut zu lagern und hat einen sehr hohen Wirkungsgrad. Batterien sind  in der Produktion sehr aufwändig und umweltschädlich, da das seltene Lithium meist in Schwellen- bzw. Entwicklungsländern unter menschenunwürdigen Umständen und mit hohen chemischen Aufwand abgebaut wird.
Wasserstoffautos sind wartungsarm. Batterien haben eine Lebensdauer von ca. 10 Jahren; das danach kann eventuell sehr teuer werden. Die Ladezeit beträgt beim Batterieauto mehrere Stunden und beim Wasserstoffauto nur 4 Minuten. Zudem kann das Laden zigtausender Batteriefahrzeuge das Stromnetz zum Kollaps bringen. Um eine ähnliche Reichweite wie ein Brennstoffzellenauto zu erreichen, müssen Batterieautos hunderte Kilos an Batterien, und somit zusätzliches Gewicht, spazieren fahren. Brennstoffzellenautos werden sich meiner Meinung nach durchsetzen, da die Technologie einfach und robust ist, es müssen nur das Tankstellennetz für Wasserstoff ausgebaut und - dank größerer Nachfrage - die Preise für Wasserstoff und Brennstoffzellenfahrzeuge sinken.   

Martin Oberhofer mit dem Toyota Mirai auf der H2-Tankstelle in Bozen